Kompetenzzentrum für Onkologie informiert: Knochenkrebs

Definition Knochenkrebs

Der Facharzt für Orthopädie unterscheidet beim Knochen-Krebs zwischen:

  • Primär bösartigen Knochentumoren (Sarkome)
  • Sekundär bösartigen Knochentumoren (Metastasen)

Knochen-Krebs ist ein bösartiger Tumor, der überall im menschlichen Skelett auftreten kann.

Der Orthopäde findet Knochen-Krebs überall im SkelettDabei entwickeln sich die Krebszellen entweder direkt aus den Zellen des Knochengewebes oder sie entstehen durch Tochtergeschwülste (Metastasen) eines bösartigen Tumors, dessen Ursprung in einem anderen Organ ist. Den primären Knochen-Krebs diagnostizieren Orthopäden entweder im Knochen-, Knorpel- oder Knochenmarksgewebe. Er ist ziemlich selten. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 700 Menschen neu an dieser Form des Knochen-Krebses. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Bei Erwachsenen macht der primäre Knochen-Krebs etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen aus. Tochtergeschwülste (Metastasen) kommen dagegen wesentlich häufiger vor. Vor allem Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Prostatakrebs, Brustkrebs (Mammakarzinom), Nierenkrebs (Nierenkarzinom) und Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) können über die Blutbahnen streuen und Metastasen in den Knochen bilden. Manchmal werden diese so genannten Absiedlungen in den Knochen vom Orthopäden entdeckt, bevor der eigentliche Tumor gefunden ist.

Knochen-Krebs macht sich meistens durch Schmerzen bemerkbar. Beim primären Knochen-Krebs tritt außerdem eine Schwellung auf. Sie kann zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen. Sie sollten dann sofort einen Facharzt für Orthopädie aufsuchen. Bei den sekundären Knochentumoren bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen) insbesondere an der Wirbelsäule. Sie verursachen oft starke Schmerzen. Außerdem beeinträchtigen sie die Stabilität des Knochens. Knochenbrüche sind die Folge.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: Osteosarkom, Chondrosarkom, bösartiger Knochentumor, osteoplastisches Sarkom

Englisch: bone cancer

Überblick

Das Skelett des Menschen macht etwa 12 Prozent seines Körpergewichts aus. Es schützt und stabilisiert den Körper und seine Organe. Außerdem ist es für die Blutbildung zuständig. Beim Knochen-Krebs hängen die Beschwerden von der Art des Tumors, seiner Größe und Lage ab. Orthopäden unterscheiden beim Knochen-Krebs zwischen primären und sekundären Tumoren. Bei den sekundären Tumoren ist eine andere Krebserkrankung die Ursache.

Über die Blut- oder Lymphbahnen gelangen Krebszellen in die Knochen, wo sie sich weiter vermehren. Der primäre Knochen-Krebs entwickelt sich dagegen aus den Zellen des Knochengewebes und wird vom Facharzt für Orthopädie eingeteilt in:

  • Osteosarkome (vorwiegend in Armen und Beinen)
  • Chondrosarkome (im Becken, Schultergürtel, am Oberschenkelknochen)
  • Ewing-Sarkome (vorwiegend im Schaft der langen Röhrenknochen, z.B. im Bein oder in den Beckenknochen)

Das Ewing-Sarkom ist eine der häufigsten Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem im Alter zwischen 10 und 15 Jahren tritt diese Form des Knochen-Krebses auf. Nach dem 20. Lebensjahr ist das Ewing-Sarkom sehr selten. Die sekundären bösartigen Knochentumoren, die durch Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren anderer Organe entstehen, kommen vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor.

Ursachen des Knochenkrebses

Bisher sind die Ursachen des Knochen-Krebses noch nicht erforscht. Tritt er bei Kindern und Jugendlichen auf, wird vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Diejenigen, die in ihrer Kindheit Krebs hatten und mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt wurden, erkranken häufiger an Knochen-Krebs als andere Personen.

Was Sie bei Knochenkrebs selbst tun können?

Wurde der Knochen-Krebs durch Tochtergeschwülste (Metastasen) ausgelöst, ist das ein Hinweis auf eine fortgeschrittene Krebserkrankung. Obwohl keine besondere Diät bekannt ist, die Patienten mit Knochen-Krebs hilft, empfehlen Orthopäden eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Haben die Patienten stark abgenommen, sollten Sie vielleicht Nahrungsmittel essen, die mehr Kalorien und Nährstoffe liefern. Ihr Facharzt für Orthopädie wird Sie darüber beraten. Nach der Behandlung sollten Sie die Kontroll- oder Nachsorgeuntersuchungen bei Ihrem Orthopäden unbedingt wahrnehmen.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Orthopäden
  • Onkologen
  • Chirurgen

Was Sie bei Ihrem Arzt für Orthopädie erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Orthopädie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Orthopädie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Orthopäden eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Einen Medikamentenplan zum Ausfüllen finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Orthopäden

Der Facharzt für Orthopädie setzt zur Diagnose bildgebende Verfahren einAusgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Orthopädie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Röntgenuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Computertomographie (CT)
  • Knochenszintigraphie
  • Gewebeprobe (Biopsie)
  • Blutuntersuchungen
  • Knochenmarkbiopsie

Behandlungen (Therapie)

Besteht der Verdacht auf einen primären Knochentumor, bieten sich dem Facharzt für Orthopädie folgende Behandlungsmöglichkeiten an:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Multimodale Therapie (Kombination von Operation, Strahlen- und Chemotherapie)

Bei der Behandlung (Therapie) von sekundären Knochentumoren wird der Orthopäde vermutlich noch andere Fachdisziplinen hinzuziehen. Denn der Ursprung des Tumors liegt in einem anderen Organ, etwa der Brust, im Darm oder der Lunge. Zur Behandlung (Therapie) des Knochen-Krebses bieten sich in diesem Fall an:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Gabe von Bisphosphonaten und des monoklonalen Antikörpers Denosumab
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie

Knochendefekte können vom Orthopäden mit Tumorendoprothesen oder körpereigenem Knochengewebe wiederhergestellt werden. Treten starke Schmerzen bei Patienten mit Knochenmetastasen auf, wird der Orthopäde eine Schmerztherapie beginnen. Im Vordergrund der Behandlung (Therapie) durch den Facharzt für Orthopädie steht die Lebensqualität des Patienten.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Die Ursachen des Knochen-Krebses sind bisher nicht bekannt. Deshalb können Orthopäden auch keine Empfehlungen geben, wie Sie die Krankheit vermeiden können. Eine gesunde Ernährung und Lebensweise, der Verzicht auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum tragen allgemein dazu bei, dass sich das Risiko verringert, an Krebs zu erkranken. Wenn Schmerzen in den Knochen oder im Bereich der Wirbelsäule auftreten, sollten Sie sofort einen Facharzt für Orthopädie aufsuchen.

Prognose

Der Verlauf des Knochen-Krebses hängt von der Art des Tumors ab, aber auch von seiner Größe und Ausbreitung. Entscheidend ist, wann er vom Orthopäden erkannt wurde. Insgesamt haben sich die Heilungschancen verbessert. Fünf Jahre, nachdem der Facharzt für Orthopädie die Diagnose Knochen-Krebs gestellt hat, leben noch zwischen 60 und 70 Prozent der Patienten, bei denen primärer Knochen-Krebs festgestellt wurde. Etwas schlechter ist die Prognose, wenn Knochen-Krebs durch Metastasen ausgelöst wurde.

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